Marte Meo in Kitas

Kinder in ihrer Entwicklung unterstützen

Kinder werden mit den Fähigkeiten geboren, die sie brauchen, um Teil der menschlichen Gesellschaft zu sein. Sie verfügen vom ersten Tag an über Kommunikations-, Kooperations- und Spielfertigkeiten. Um sich aus eigener Kraft zu entwickeln, benötigen sie Möglichkeiten für entwicklungsförderliche Interaktionen mit ihrer Umwelt. Für diese Möglichkeiten sind Eltern und Verwandte, aber auch das pädagogische Personal in Kitas und Schulen zuständig.

Alle entwicklungsbegleitenden Bezugspersonen können Kinder wirksam unterstützen, indem sie Initiativen und Bedürfnisse aufmerksam wahrnehmen und feinfühlig darauf reagieren. Voraussetzung dafür ist das Wissen über kindliche Initiativen und deren adäquate Beantwortung. Nur so kann das gewünschte Entwicklungsziel erreicht werden.

Qualität in Kitas bemisst sich wesentlich an der entwicklungsfördernden Gestaltung von Interaktionen. Der Einsatz von Marte Meo Elementen ist für frühpädagogische Fachkräfte in Kitas ein unverzichtbares Arbeitsmittel. Marte Meo schult die Wahrnehmungsfähigkeit für Initiativen.

Die Marte Meo Elemente sind das Handwerkszeug, um Kinder aus eigener Kraft Entwicklung zu ermöglichen.


Auf dem Weg zur "Marte Meo Kita"

Marte Meo wird in Kindertagestätten auf verschiedenen Ebenen eingesetzt:

  • Für Analysen von Interaktionen zwischen den Kindern oder zwischen den Kindern und den Fachkräften
  • In der Personalentwicklung
  • Zur Qualitätssicherung von pädagogischen Prozessen
  • In der Beratung von Eltern als wichtiger Bestandteil einer gelebten Bildungs- und Erziehungspartnerschaft
  • In der gegenseitigen kollegialen Beratung

Bereits fünf Kindertageseinrichtungen in Tübingen arbeiten erfolgreich mit Marte Meo.

Sie erhalten noch 2021 von Maria Aarts persönlich das Zertifikat „Marte Meo Kita“.

Die pädagogischen Teams sind als Marte Meo PraktikerInnen oder ElternberaterInnen/KollegInnen-TrainerInnen ausgebildet. Sie arbeiten ressourcenorientiert: Ausgangspunkt aller Entwicklungsprozesse der Kinder sind die Fähigkeiten, die bei den Kindern bereits da sind.

Jedes dieser Teams beschreibt, dass Kinder, Fachkräfte und Eltern vom Einsatz der Marte Meo Methode im Kita-Alltag und darüber hinaus profitieren.


Der Blick durch die "Marte Meo Brille"

Mit dem Einsatz von Marte Meo Elementen erhalten Fachkräfte Informationen über Interessen und individuelle Fähigkeiten jedes einzelnen Kindes und können diese gezielt unterstützen.

Videoaufnahmen von Schlüsselsituationen in der Kita geben den Blick auf das kindliche Verhalten frei und lassen eine bewertungsfreie und differenzierte Sicht auf das alltägliche Geschehen zu. Videobilder geben mehrperspektivische Informationen über alle Initiativen jedes einzelnen Kindes, die im turbulenten Kita-Alltag leicht übersehen werden. Die gezielte Videoanalyse sensibilisiert die Wahrnehmung der Fachkräfte und sie können dadurch Initiativen auch im Alltag durch die „Marte Meo Brille“ besser sehen.

Kita-Kinder erhalten von Fachkräften mit dem Marte Meo Blick wertvolle Unterstützung in ihrer Sprach- und Spielentwicklung und im Kontaktknüpfen mit ihrer Umwelt. Die Förderung dieser Kompetenzen und ein gut entwickeltes Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten sind eine wichtige Grundlage für die Entwicklung des Selbstwertgefühls.


Stärken erkennen und stärken

Ein gut entwickeltes Selbstwertgefühl ist Grundvoraussetzung, um in weiterführenden Bildungssituationen gut mit Erfolgen und Misserfolgen durch Bewertungen anderer Personen umgehen zu können. Viele Vorläuferfähigkeiten für "Schulbereitschaft" festigen sich bereits im Kleinkindalter.

Die gemeinsame Auswertung der Videos im Team ermöglicht allen einen positiven Blick auf das Kind. Das Wahrnehmen, Erkennen und Benennen von Fähigkeiten und Ressourcen einzelner Kinder nach Marte Meo hilft Fachkräften, gezielt Stärken zu stärken, statt Probleme zu sehen. Aus wiederkehrenden positiven Kontaktmomenten entstehen tragfähige Bindungen, die die Basis für gelingende Entwicklungs- und Lernprozesse sind.

Je mehr Bestätigung und Wertschätzung ein Kind erfährt, umso mehr Selbstvertrauen kann es entwickeln. Je selbstwirksamer es sich erlebt, umso positiver wirkt sich das auf seinen Umgang mit anderen Kindern und damit auf das ganze Gruppengeschehen aus.

Auch Fachkräfte, die so unmittelbar positiv auf die Entwicklung des Kindes einwirken können, erleben Selbstwirksamkeit – ein wichtiger Faktor für das Wohlbefinden im oftmals herausfordernden Berufsalltag.